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<title>Frerichswerft</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Frerichswerft</span></h1>
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<tbody><tr>
<th colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="font-size:110%;">Frerichswerft
</th></tr>
<tr>
<td style="font-weight:bold;"><a href="Rechtsform" title="Rechtsform">Rechtsform</a>
</td>
<td>GmbH
</td></tr>
<tr>
<td style="font-weight:bold;"><a href="Gr%C3%BCndung_(Recht)" title="Gründung (Recht)">Gründung</a>
</td>
<td>1905
</td></tr>
<tr>
<td style="font-weight:bold;"><a href="Liquidation" title="Liquidation">Auflösung</a>
</td>
<td>1935
</td></tr>
<tr>
<td style="font-weight:bold;"><a href="Sitz_(juristische_Person)" title="Sitz (juristische Person)">Sitz</a>
</td>
<td>Einswarden, Deutschland
</td></tr>
<tr>
<td style="font-weight:bold;"><a href="Wirtschaftszweig" title="Wirtschaftszweig">Branche</a>
</td>
<td>Schiffsbau
</td></tr></tbody></table><div class="editoronly" style="display:none;"></div>
<p>Die <i>Schiffswerft J. Frerichs & Co</i> – kurz <b>Frerichswerft</b> genannt – war von 1905 bis 1935 eine deutsche <a href="Schiffswerft" class="mw-redirect" title="Schiffswerft">Schiffswerft</a> in <a href="Einswarden" title="Einswarden">Einswarden</a> an der Unterweser – die größte im <a href="Land_Oldenburg" class="mw-redirect" title="Land Oldenburg">Land Oldenburg</a><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Anschließend wurden dort von der <a href="Deschimag" class="mw-redirect" title="Deschimag">Deschimag</a> unter dem Namen <i><a href="Weser-Flugzeugbau" title="Weser-Flugzeugbau">Weser-Flugzeugbau GmbH</a></i> bis 1945 Flugzeuge montiert; heute ist der Standort Teil des zum <a href="EADS" class="mw-redirect" title="EADS">Airbus-Group</a>-Konzern gehörenden Unternehmens Airbus Aerostructures
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Unternehmensgeschichte">Unternehmensgeschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gründung_der_Maschinenfabrik_in_Flethe_(1840)"><span id="Gr.C3.BCndung_der_Maschinenfabrik_in_Flethe_.281840.29"></span>Gründung der Maschinenfabrik in Flethe (1840)</h3></div>
<p>Das Unternehmen <b>J. Frerichs & Co</b> wurde 1840 von dem Bremer Färbereikaufmann Jacob Frerichs und den englischen Ingenieuren Henry Taylor und William Waller als Maschinenfabrik, Eisengießerei und Kesselschmiede in <a href="Flethe" title="Flethe">Flethe</a>/Rönnebeck an der Unterweser gegründet. Durch die englischen Fachleute gelangte notwendiges Fachwissen zum Bau von Dampfmaschinen in die Gesellschaft. Aus England stammte anfangs auch ein großer Teil der etwa 60 Arbeiter, ebenso kamen teilweise von dort die benötigten Hilfsmittel und Rohstoffe.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Umzug_nach_Osterholz">Umzug nach Osterholz</h3></div>
<p>1865 zog das Unternehmen von Rönnebeck nach <a href="Osterholz-Scharmbeck" title="Osterholz-Scharmbeck">Osterholz</a> bei Bremen um, das alte Gelände wurde aufgegeben. Die Ansiedlung des neuen Unternehmens war für die damaligen Orte Osterholz und Scharmbeck und ihre Umgebung von großer Bedeutung, sie wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region. Viele Bürger fanden als Schlosser, Schmied, Former, Eisengießer oder Modelltischler dort eine Anstellung.
</p><p>Da für die Weiterführung des Unternehmens männliche Erben fehlten, wurde das Unternehmen 1900 in die Aktiengesellschaft <b>J. Frerichs & Co. A.G.</b> umgewandelt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Werft_in_Einswarden_(1905)"><span id="Werft_in_Einswarden_.281905.29"></span>Werft in Einswarden (1905)</h3></div>
<p>Um verstärkt in den Schiffbau einsteigen zu können, vergrößerte sich das Unternehmen erheblich. Nachdem man sich mit dem Großherzogtum Oldenburg geeinigt hatte, wurde 1905 ein Gelände in Einswarden – heute zu <a href="Nordenham" title="Nordenham">Nordenham</a> gehörend – auf der oldenburgischen Seite der Unterweser erworben, um dort eine Werft zum Bau von Seeschiffen zu errichten. Das erworbene Terrain war etwa 17 <a href="Hektar" title="Hektar">ha</a> groß. Ab 1912 firmierte das Unternehmen folglich unter der Firma <b>Schiffswerft J. Frerichs & Co.</b> und 1914 siedelte auch die Unternehmensleitung von Osterholz nach Einswarden über. U. a. wurden <a href="Tankschiff" class="mw-redirect" title="Tankschiff">Tankschiffe</a> und im Ersten Weltkrieg <a href="Minensuchboot" class="mw-redirect" title="Minensuchboot">Minensuchboote</a> gebaut. Vor dem Krieg und nach 1920 entstanden hier auch Neubauten für die <a href="Hamburg-Bremer_Afrika-Linie" title="Hamburg-Bremer Afrika-Linie">Hamburg-Bremer Afrika-Linie</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bau_von_Dieselmotoren_(1910)"><span id="Bau_von_Dieselmotoren_.281910.29"></span>Bau von Dieselmotoren (1910)</h3></div>
<p>Der Osterholzer Betrieb begann schon früh mit dem Bau von Dieselmotoren zum Schiffsantrieb. So wurden ab 1911 Heckradmotorboote abgeliefert. Bekannter wurden <i>Werra</i> und <i>Wotan</i>, Fischereischiffe mit Motorantrieb. Die <i>Wotan</i> war ein <a href="Motorlogger" class="mw-redirect" title="Motorlogger">Motorlogger</a> mit 100 PS Antriebsleistung, der auf der Fischereiausstellung 1912 in Kopenhagen internationale Beachtung der Fachwelt fand. Er wurde auf eigene Rechnung gebaut und später von der <a href="Visurgis_Heringsfischerei" title="Visurgis Heringsfischerei">Visurgis Heringsfischerei</a> AG Nordenham übernommen. Inzwischen hatte man von Hugo Junkers die Lizenz zum Bau seiner Dieselmotoren erhalten, um auch leistungsstärkere Antriebsmotoren bauen zu können. Eine derartige Antriebsanlage mit zwei Dieselmotoren zu je 1.100 PS nach dem Patent (DRP-Nr. 220 124) Junkers wurde in den Motortanker <i>Arthur von Gwinner</i> eingebaut. Es waren nach dem Dieselverfahren betriebene Motoren mit zwei in einem Zylinder gegenläufigen Arbeitskolben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Übernahme_der_Braker_Thyen-Werft_(1917)"><span id=".C3.9Cbernahme_der_Braker_Thyen-Werft_.281917.29"></span>Übernahme der Braker Thyen-Werft (1917)</h3></div>
<p>Eine weitere Vergrößerung der Werftaktivitäten erfolgte 1917, als nach dem Tode der letzten Inhaberin die Braker Werft <i><a href="Thyen-Werft" title="Thyen-Werft">G. H. Thyen</a></i> nebst Trockendockanlage erworben wurde. Unter dem Namen <i>Frerichsdock, Brake</i> wurden hier später hauptsächlich Reparaturarbeiten an Schiffen durchgeführt. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden von dem Unternehmen überwiegend Schleppdampfer, Hinterraddampfer für den Export nach Südamerika, Frachtdampfer und die zugehörigen Dampfmaschinen und Dampfkessel bzw. Schiffs-Dieselmotoren gebaut, aber auch Komponenten des allgemeinen Maschinenbaus bis hin zu kompletten Fabrikationsanlagen. Im Osterholzer Werk wurden während des Krieges Rüstungsgüter produziert und in den frühen Nachkriegsjahren Reparaturarbeiten an Schiffen und Lokomotiven durchgeführt.
</p><p>1926 wurde das Unternehmen in zwei unabhängige Aktiengesellschaften aufgeteilt, wobei die Schiffswerft in Einswarden in <i>Frerichswerft AG</i> umbenannt wurde während das Osterholzer Unternehmen als <i>J. Frerichs & Co. AG Osterholz Scharmbeck</i> weitergeführt wurde. 1927 brannte die Eisengießerei in Einswarden ab und wurde wegen finanzieller Schwierigkeiten nicht wieder aufgebaut.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eingliederung_in_die_Deschimag_(1930)"><span id="Eingliederung_in_die_Deschimag_.281930.29"></span>Eingliederung in die Deschimag (1930)</h3></div>
<p>Ebenso geriet der Osterholzer Betrieb trotz befriedigender Auftragslage in finanzielle Probleme. 1930 wurde folglich das Unternehmen mit Einverständnis der Aktionäre mit der neu gegründeten <i><a href="Deutsche_Schiff-_und_Maschinenbau_Aktiengesellschaft" title="Deutsche Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft">Deutschen Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft</a></i> (Deschimag) zusammengeschlossen, doch bereits ein Jahr später im Juli 1931 musste der Betrieb in Osterholz wegen starker Verschuldung eingestellt werden. Als Hauptgläubiger erwarb die Stadt Osterholz-Scharmbeck das Grundstück mit den Fabrikgebäuden. Der Schiffbau in Einswarden wurde 1935 aufgegeben. Die Liquidation des Unternehmens wurde mit Hilfe der Deschimag abgewendet, indem die Gläubiger befriedigt werden konnten.
</p><p>Für den geplanten Flugzeugbau sollten sowohl das Betriebsgelände als auch ein Teil des Mitarbeiterstamms erhalten bleiben. 1934 stieg die Deschimag in den Flugzeugbau ein. Unter dem Namen <i>Weser-Flugzeugbau GmbH</i> wurden im Einswardener Betrieb bis 1945 Flugzeuge montiert. Nach dem Krieg wurde die Firma in <i>Finanz- und Verwaltungsgesellschaft Weser GmbH</i> geändert, denn Flugzeugbau war untersagt und das Produktionswerk lag still. 1945 wurde das Deschimag-Unternehmen aufgelöst.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Heutiger_Zustand">Heutiger Zustand</h2></div>
<p>Mit dem Beginn des <a href="Koreakrieg" title="Koreakrieg">Koreakrieges</a> 1956 wurde der Unternehmensname (Firma) wieder in <i>Weser-Flugzeugbau GmbH</i> geändert. Am Standort erfolgte die Grundüberholung von Hubschraubern und man begann mit dem Bau von Flugzeugsegmenten und Flugzeugrumpfteilen. 1964 ging der Standort in die <i>Vereinigte Flugtechnische Werke GMBH</i> (VFW) auf. Nach zahlreichen weiteren Namensänderungen gehörte der Standort dann ab 2001 zur <i><a href="Airbus" title="Airbus">Airbus Deutschland GmbH</a></i>. Seit 2008 ist der Standort Teil des zum EADS-Konzern gehörendem Unternehmen Premium AEROTEC.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schiffe_der_Werft_(Auswahl)"><span id="Schiffe_der_Werft_.28Auswahl.29"></span>Schiffe der Werft (Auswahl)</h2></div>
<ul><li>1907: Fischdampfer <i><a href="Rastede_(Schiff)" title="Rastede (Schiff)">Rastede</a></i></li>
<li>1908: Heringslogger <i><a href="Wellgunde_(Schiff)" title="Wellgunde (Schiff)">Wellgunde</a></i></li>
<li>1912: Frachtschiff <i><a href="Wigbert_(Schiff%2C_1912)" title="Wigbert (Schiff, 1912)">Wigbert</a></i></li>
<li>1915: Frachtschiff <i><a href="Targis_(Schiff)" title="Targis (Schiff)">Targis</a></i></li>
<li>1916: Hilfsminensucher <i><a href="Kleiss" title="Kleiss">Kleiss</a></i></li>
<li>1918: Geleitboot <i><a href="Elsfleth_(Schiff%2C_1918)" title="Elsfleth (Schiff, 1918)">Elsfleth</a></i></li>
<li>1918: Geleitboot <i><a href="Rhein_(Schiff%2C_1918)" title="Rhein (Schiff, 1918)">Großherzog Friedrich August</a></i></li>
<li>1919: Minensuchboot <i><a href="Raule_(Schiff%2C_1919)" title="Raule (Schiff, 1919)">M 133</a></i></li>
<li>1919: Minensuchboot <i><a href="Jungingen_(Schiff)" title="Jungingen (Schiff)">M 134</a></i></li>
<li>1919: Minensuchboot <i><a href="M_535" title="M 535">M 135</a></i></li>
<li>1920: Frachtschiff <i><a href="Wigbert_(Schiff%2C_1921)" title="Wigbert (Schiff, 1921)">Wigbert</a></i></li>
<li>1920: Küstenmotorschiff <i><a href="Polyp_(Schiff)" title="Polyp (Schiff)">Polyp</a></i></li>
<li>1922: Kombischiff <i><a href="Friderun_(Schiff%2C_1922)" title="Friderun (Schiff, 1922)">Friderun</a></i></li>
<li>1927: Seebäderschiff <i><a href="Stadt_R%C3%BCstringen_(Schiff)" title="Stadt Rüstringen (Schiff)">Stadt Rüstringen</a></i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Trivia">Trivia</h2></div>
<p>Noch heute sind Schiffe der Frerichswerft im Dienst, unter anderem das Binnenmotorschiff "Algarve", ENI 04600060, welches 1925 in Einswarden gebaut wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Schiffbau" title="Schiffbau">Schiffbau</a></li>
<li><a href="Werften_an_der_Unterweser" title="Werften an der Unterweser">Werften an der Unterweser</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Günther Diercks, Reinhold Thiel: <cite style="font-style:italic">J. Frerichs & Co. Frerichswerft</cite>. H. M. Hauschild GmbH, Bremen 2001, ISBN 3-89757-092-0.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Frerichswerft&rft.au=G%C3%BCnther+Diercks%2C+Reinhold+Thiel&rft.btitle=J.+Frerichs+%26+Co.+Frerichswerft&rft.date=2001&rft.genre=book&rft.isbn=3897570920&rft.place=Bremen&rft.pub=H.+M.+Hauschild+GmbH" style="display:none"> </span></li>
<li><a href="Peter_Kuckuk" title="Peter Kuckuk">Peter Kuckuk</a>, <a href="Hartmut_Roder" title="Hartmut Roder">Hartmut Roder</a>: <i>Von der Dampfbarkasse zum Containerschiff: Werften und Schiffbau in Bremen und in der Unterweserregion im 20 Jhd.</i> Hochschule Bremen (Hrsg.), Steintor Verlag, Bremen 1988, ISBN 3-926028-38-6.</li>
<li>Peter-Michael Pawlik: <i>Von der Weser in die Welt, Band II</i>. <a href="Hauschild_Verlag" title="Hauschild Verlag">Hauschild Verlag</a>, Bremen 2003, ISBN 3-89757-150-1.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.musealog.de/ProjekteXI/Nordenham_1.pdf">Museumsprojekt Nordenham</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.junkers.de/motoren/medienbibliothek/pic_014.html">Bild vom Junkers Dieselmotor</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Heske, Corinna Röver, Christoph Heilscher, in: Von Menschen und Werften. Carl Schünemann, 2. Aufl. Bremen 2013, ISBN 978-3-944552-05-7, S. 175.</span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">53.51171</span><span class="longitude">8.51887</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:53.51171,8.51887"><span title="Breitengrad">53° 30′ 42,2″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">8° 31′ 7,9″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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